LG Geopark April 2026: Schweißtreibender Waldnachmittag der LG Geopark
Mit dem diplomierten Forstwirt Otto Betz aus Böbingen durften die 18 Teilnehmer der Lerngemeinschaft „Geopark Schwäbische Alb“ in der letzten Woche einen spannenden und lehrreichen Nachmittag in einem Waldstück der Realgenossenschaft Essingen verbringen.
Zunächst gab es an mehreren Stationen interessante Impulsvorträge und Fragerunden. Dabei erfuhren die jungen Parkschüler, wie sich die Waldlandschaft am Albtrauf nach dem Ende der letzten Eiszeit entwickelt hatte, welche Baumarten sich ansiedelten und dass die Wälder Europas und Deutschlands heutzutage nichts mehr mit diesen ursprünglichen Urwäldern zu tun haben. Stattdessen sind unsere Wälder heutzutage ein wesentlicher und unverzichtbarer Bestandteil der vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaft. An anderer Stelle informierte Otto Betz über den Stockwerkbau des Waldes, den Aufbau von Laubbäumen und die Standortbedingungen, die das Wachstum von Baumarten beeinflussen. Darüber hinaus wies er auf die Probleme verschiedener Baumarten infolge des Klimawandels hin und konnte er vor Ort den Schülern unverkennbare und sichtbare Schäden vorführen.
Nach dem theoretischen Teil durften die Schüler dann auch selber aktiv werden. In einem Waldstück zwischen Oberburg und Steige mussten die Kids in einem 1 Ar großen Waldstück die verschiedenen Baumarten identifizieren und anschließend den Holzvorrat dieser Fläche berechnen. Dazu lernten sie den Umgang mit der ‚Kluppe‘, einer großen Messlehre, die in der Forstwirtschaft zur Berechnung stehender Bäume eingesetzt wird. Unter Verwendung der ‚Blume’schen Zahl‘ und der grob geschätzten Höhe der Bäume ließ sich dann der Festmeterbestand eines Waldstücks protokollieren und berechnen.
Noch eindrücklicher für die Gemeinschaftsschüler war zum Abschluss die kräftezehrende und schweißtreibende Arbeit in einer völlig zugewucherten Schonung mit jungen Nadelbäumen. Aller Widrigkeiten, wie dornigen Brom- und Himbeerranken und schmerzhaften Brennnesseln, zum Trotz befreite man, die auf ca. 1-2 Meter herangewachsenen Bäumchen mit großem Ehrgeiz und mithilfe von Gartenscheren und Seitenschneidern von ihren Plastik- und Drahtschutzhüllen. Diese hatten sie beim Heranwachsen vor dem Verbiss von Tieren geschützt. Zwar schaffte man die vom Revierförster Jan Lehmann zugewiesene Fläche in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht vollständig, doch der Stapel an Drahtgitter wies nach getaner Arbeit eine imposante Höhe auf. Der Stolz über das Geleistete war den jungen Forstarbeitern dann anzumerken und an den zerkratzten Armen und Beinen auch unverkennbar abzulesen.
Der Dank der Teilnehmer und Organisatoren gilt Otto Betz, der sich mit viel Mühe und großem Zeitaufwand und seinem beeindruckenden Fachwissen in diese Aktion der LG Geopark einbrachte. Außerdem bedankt sich die Parkschule bei Förster Lehmann für seinen Bereitschaft zur Zusammenarbeit und das Zurverfügungstellen der geeigneten Flächen seines Reviers. Auch ohne die zusätzliche Aufsichtsperson Thomas Riede wäre der spannende Waldnachmittag nicht möglich gewesen. Er unterstützt die Lerngemeinschaft schon seit Beginn ihres Bestehens tatkräftig als Ehrenamtlicher und Freund der Parkschule.
Jochen A. Haag


