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Schwäpo berichtet über die LIVE-Schaltung zu unserer Partnerschule

Schwäbische Post Di 27. Juni 2017
Direkter Draht in die Partnerschule

Pilotprojekt Die Essinger Parkschule geht im Englischunterricht neue Wege: Ein Lehrer aus den USA vermittelt Schülern der achten und neunten Jahrgangsstufe regelmäßig per Live-Schaltung Lerninhalte. Von Nadja Kienle

Es dauert nur wenige Sekunden, dann erscheint Rune Williams auf dem Flachbildschirm und im Klassenzimmer wird es mit einem Schlag ungewöhnlich still. „Am I a person?“ fragt der Lehrer der Columbia High School in East Greenbush die Schüler der achten Klassenstufe der Parkschule Essingen. „Yes“, rufen die Schüler begeistert. „Am I famous?“, lautet die nächste Frage, die Williams in einem Klassenraum der Columbia High School tausende Kilometer entfernt den Essinger Mädchen und Jungen stellt. Wenige Minuten später lösen die Schüler der Parkschule das Rätsel des kleinen Ratespiels in englischer Sprache auf: Gesucht war der US-amerikanische Rapper Eminem.
Live-Unterricht aus den USA. Der interaktive Dialog mit direktem Blick in den Unterrichtsraum der amerikanischen Schule via Bildschirm ist bereits seit diesem Frühjahr ein immer wiederkehrender Bestandteil des Englischunterrichts der Acht- und Neuntklässler. Die Schüler der Gemeinschaftsschule lernen dabei Lerninhalte spielerisch auf einem ganz neuen Weg, direkt von einem Native Speaker. Dank der Liveschaltung erhalten die Schüler bei Übungen sofort eine Rückmeldung von Rune Williams.
„Das ist schon ganz anders, wie bei einer Hörverstehensaufgabe, die über den CD-Player abgespielt wird“, sagt Englischlehrerin Julia Mittler. Sie bereitet die Unterrichtsinhalte, die Williams mit den Mädchen und Jungen durcharbeitet, vor. Im Gegenzug unterrichtet sie regelmäßig auch die amerikanischen Schüler - ebenfalls per Liveübertragung. Aber von zuhause aus, wegen der Zeitverschiebung. „Die Schüler der Columbia High 'School sind auch
absolut begeistert“, sagt sie.
Die Idee für das Unterrichtsprojekt entwickelte sich, nachdem die Parkschule im vergangenen Oktober partnerschaftliche Bande mit der Columbia High School knüpfte. „Es ist eine neue Erfahrung, Englisch zu lernen“, berichtet die Schülerin Lara Aigner, und ihre Klassenkameradin Lea-Marie Mayer ergänzt: „Man achtet bei dem Live-Unterricht viel stärker auf die
Aussprache.“ Die Schüler würden aufgrund des Projekts schneller und motivierter lernen, berichtet Mittler. „Einfach, weil es ihnen Spaß macht.“
Ein messbarer Erfolg die jüngsten Vergleichsarbeiten, bei denen Schüler der achten Jahrgangsstufe bundesweit, in Deutsch, Mathe und Englisch getestet werden, geben ihr recht. Vor allem in Englisch haben unsere Schüler «sehr gut abgeschlossen“, freut sich Schulleiter Heinrich Michelbach. Das herausragende Ergebnis führt er auf das Schulprojekt zurück.
Damit haben sich die Schüler ein weiteres Highlight der Schulpartnerschaft wahrlich verdient: Die Acht- und Neuntklässler dürfen im kommenden Oktober im Rahmen eines dreiwöchigen Schüleraustauschs die Columbia High School besuchen. Für die USA-Reise setzen die Mädchen und Jungen in ihrer Freizeit engagiert verschiedene Projekte um. So werden beispielsweise Altkleider gesammelt oder vor Supermärkten Kuchen verkauft. „Der Austausch muss schließlich auch finanziert werden“, betont Mittler. Die Schüler sind bei den Aktionen mit vollem Herzblut dabei, denn wie der Achtklässler Max Thieme betont: „Wir können bei dem Austausch dann bestimmt ganz viel mitnehmen."

60. Geburtstag unseres Schulleiters Heinrich Michelbach

Am So 21.05. feierte unser Rektor Heinrich Michelbach seinen 60. Geburtstag. Am folgenden Montag versammelte sich die gesamte Schulgemeinschaft der Parkschule Essingen auf dem Schulhof zum Geburtstagsständchen. Frau Knöpfle-Kuhn gratulierte ihm für alle Schülerinnen und Schüler sowie im Namen des ganzen Kollegiums und überreichte Herrn  Michelbach ein Zitronenbäumchen als Geschenk.

Interview der Schwäbischen Post mit Schulleiter Heinrich Michelbach

Bild: Schwäpo

Aus der Schwäpo vom 09.04.2017:

Englisch lernen live per Skype

Parkschule. Die Essinger Gemeinschaftsschule wird im nächsten Schuljahr die 500-Schüler-Marke knacken. Ein Interview mit Rektor Heinrich Michelbach. Von Ulrike Wilpert

Essingen. Die Essinger Parkschule ist "erwachsen" geworden. Vor fünf Jahren war sie eine der ersten vier Pilotschulen im Kreis für das Gemeinschaftsschulkonzept. Inzwischen ist die einstige Dorfschule eine ausgewachsene Regionalschule geworden - vor allem wegen des anhaltenden Booms der Schülerzahlen. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl von anfänglich 320 auf derzeit 464 entwickelt. "Im nächsten Jahr werden wir über 500 Schüler haben", freut, sich Rektor Heinrich Michelbach.

Herr Michelbach, hätten Sie sich vor fünf Jahren schon diesen Erfolg für Ihre Schule erträumt?

Heinrich Michelbach: Nein, überhaupt nicht. Diese Entwicklung und das, was die 'Gemeinde Essingen an Investitionsmitteln beisteuert, war zu Beginn nicht darstellbar.

Was meinen Sie?

Vor fünf Jahren hatten wir noch Kreidetafeln, aber keine interaktiven Whiteboards, wir hatten
Holztische und keine Mensa. Mittags haben wir in unserem Vereinszimmer etwa 40 Ganztagsschüler verköstigt. Jetzt sind es 290 Ganztagsschüler, die alle in verschiedenen Schichten in der neuen Mensa Platz finden. Samt den beiden Schulerweiterungen und der im Sommer anstehenden Sanierung des alten Schultrakts werden innerhalb kürzester Zeit 8,5 Millionen Euro in die Parkschule investiert.

Inzwischen sind Gemeinschaftsschulen auch in Essingens Nachbarstädten und Gemeinden etabliert. Wie wirkt sich das aus?

Natürlich merken wir, dass Aalen nachzieht. Im vergangenen Jahr sind die Anmeldezahlen tatsächlich eingebrochen. Möglieherweise auch, weil so kurz vor der Landtagswahl Unsicherheit darüber herrschte, wie es mit der Realschule und der Gemeinschaftsschule weitergeht. Die Anmeldezahlen gingen auf 31 zurück - in den beiden Jahren davor lagen sie bei 56 bzw. 70.

Und aktuell?

Wir werden im nächsten Schuljahr zwei wirklich schöne fünfte Klassen haben, mit jeweils 18 bis 20 Schülern.

Inwieweit hat die Essinger Gemeinschaftsschule auch heute noch Vorreiterfunktion?

Wir haben ein interessantes Sprachkonzept, das auch als Vorbereitung für unseren ersten  dreiwöchigen Schüleraustausch im Herbst mit der Columbia Highschool in East Greenbush/ New York dient. Ein dortiger Kollege unterrichtet bereits unsere Klassenstufe 8 ein Mal pro Woche per Live-Schaltung via Skype - übertragen auf die Whiteboards. Genauso unterrichtet die Essinger Kollegin die amerikanischen Schüler in Deutsch.

Gibt es weitere Punkte, in denen die Parkschule beispielgebend Neuland betritt?

Im nächsten Schuljahr werden wir das Cambridge-Zertifikat als Kurs anbieten. Damit ist die Parkschule ab Mai 2018 in Baden-Württemberg neben Stuttgart zweiter Prüfungsstandort für dieses Zertifikat.

Bisher endet die Gemeinschaftsschule in der 9. Klasse. Vor welcher Herausforderung stehen Sie?

Gemeinsam mit den einstigen Pilotschulen in Oberkochen, Rosenberg und Westhausen müssen wir jetzt die Unterrichtsgestaltung des 10. Schuljahres vorbereiten. Ein Treffen gemeinsam mit Schulräten, Vertretern des Regierungspräsidiums und 40 Starterschulen ist deswegen zu Beginn des neuen Schuljahrs auf der Comburg anberaumt. Wir in Essingen werden zwei 10. Klassen haben, darauf sind wir stolz.

Das heißt, im kommenden Schuljahr ist in Essingen erstmals der Realschulabschluss möglich?

Richtig. Ein Großteil der Schüler macht im nächsten Jahr den. Realschulabschluss. Ein kleinerer Teil lernt auf gymnasialem Niveau und geht dann nach der 10. Klasse ab in ein Gymnasium.

Wie verteilen sich die Schüler auf die verschiedenen Abschlüsse?

Etwa 35 Prozent machen den Hauptschulabschluss. Knappe zwei Drittel machen weiter, davon schließen 90 Prozent die Realschule ab und etwa zehn Prozent wechseln aufs Gymnasium.

Wird man auch einmal in Essingen das Abitur ablegen können?

Nein, auch in weiterer Zukunft wird das in der Parkschule nicht möglich sein. Für die Sekundarstufe II müssen die Schüler wechseln an allgemeinbildende oder an berufliche Gymnasien.

Der Begriff Gemeinschaftsschule wird mit Bildungs- und Chancengleichheit verbunden. Wie steht es in Essingen um inklusiven Unterricht?

Wir haben inklusiv beschulte Kinder hier, aber nur vereinzelt. Ich bedauere, dass wir keinen Sonderpädagogen im Kollegen-Team haben, denn dann könnte man sich besser austauschen. Der Sonderpädagoge kommt nur stundenweise, denn eine Festanstellung pro Schule sieht das Konzept Gemeinschaftsschule leider nicht vor.